Ist die schwarze 0 im Jahr 2019 sinnvoll ? I Fakten & Antworten

Oftmals werden wir von anderen Staaten um die "schwarze Null" beneidet, welche wir von Jahr zu Jahr erneut als Ziel ausgeben. Aber ist die schwarze Null momentan noch das Maß der Dinge, oder sollten andere Projekte priorisiert werden.

Antworten auf diese Fragen gibt es in diesem Artikel.

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"Die Frage der schwarzen Null ist zukunftsweisend. Möchte ich keine neuen Schulden machen, oder langfristig etwas in der Gesellschaft bewegen."


Ob Investitionen in Zukunftsprojekte, in Projekte für eine passende Elektroautoinfrakstruktur, oder in dringend notwendige Sozialreformen.

All diese wichtigen Punkte spielen im Haushaltsentwurf unseres Finanzministers Olaf Scholz mal wieder fast keine Rolle.

Wie bereits sein Vorgänger Wolfgang Schäuble beharrt er nämlich weiter stur auf die Sagen umworbene "schwarze Null".

 

Doch für was steht die "schwarze Null" eigentlich?

Erreicht ein Staat das Haushaltsziel der schwarzen Null, so heißt das nichts anderes, als dass die Ausgaben die Einnahmen eines Staates nicht übersteigen. Somit ist keine zusätzliche Neuverschuldung für öffentliche Ausgaben notwendig, weil der Staat in der Lage ist mit seinen Einnahmen, wie beispielsweise Steuern alle Ausgaben zu decken.

(Einnahmen - Ausgaben = 0) -> schwarze Null

 

Was bringt uns die schwarze Null

Aus rein ökonomischer Sicht bringt sie eine ganze Menge.

In Europa ist den Staaten nämlich vorgeschrieben eine Staatsverschuldung von maximal 60 Prozent des BIP einzuhalten.

Deutschland hat momentan eine Quote von 61 Prozent, Tendenz sinkend. (Zum Vergleich Italien 131, USA 108, Frankreich 97 Prozent)

Eine schwarze Null trägt nun also dazu bei, dass die Staatsverschuldungsquote entsprechend abnimmt.

 

Dazu kommt, dass der Bundeshaushalt in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Diese Zeit scheint sich laut Finanzminister Scholz jedoch dem Ende zuzuneigen.

Laut seinen Prognosen sind durch den weltweiten Abschwung der Konjunktur keine neuen Steuereinnahme-Höchststände einzuplanen.

So könnte man also meinen, dass der Schritt nicht verkehrt war in den letzten Jahren die Staatsverschuldung kontinuierlich zu senken.

Dies wäre auch schön und gut, wenn nicht zukunftsweisende Investitionen auf der Strecke bleiben würden, die den Weg unsere Wirtschaft in den nächsten Jahrzehnten bestimmen werden.

Was könnte man verändern

Nun ja es gibt einige Projekte, die in Deutschland schnellstmöglich angegangen werden sollten. Zum einen fallen da die Stichworte Schulen, schnelles Internet, soziale Gerechtigkeit und ein ordentlicher Straßenausbau.

Da wäre die unzuverlässige Deutsche Bahn, welche verstaatlicht wurde, es jedoch bis heute nicht schafft in einem zuverlässigen Maße Menschen von A nach B zu befördern.

Es wäre meines Erachtens sinnvoll mehr Geld in die Deutsche Bahn zu pumpen und dafür eine echte, zuverlässige und emmisionsfreundlichere Alternative zum Straßenverkehr zu formen.

Da wäre zum anderen ein echter Anreiz für die Bundesbürger auf Elektroautos umzusteigen. Dies hieße staatliche Subventionen und ein konsequenter und schneller Ausbau der Infrastruktur, wie es bereits der Vorstandschef von VW, Herbert Diess, forderte.

Zudem fehlt es gleich an mehrere Ecken an notwendigen Investitionen in Sachen der Digitalisierung und der Abschwung der allgemeinen globalen Konjunktur trägt auch nicht gerade zu einer besseren Aussicht für Unternehmen bei.

Und als wären dies nicht bereits Gründe genug, meldet sich auch der amerikanische Botschafter, Richard Grenell zu Wort, mit der Forderung Deutschland möchte in Hinsicht seiner hervorragenden finanziellen Situation doch bitte seinen NATO Beitrag erhöhen.

 

Vielleicht mag es mit Hinsicht auf den Abschwung der weltweiten Konjunktur gut sein, die Staatsverschuldung so gering wie möglich ausfallen zu lassen.

Probleme wie der demografische Wandel, die Digitalisierung und zukunftsweisende Infrastrukturprojekte lassen sich jedoch langfristig nicht mit einer zu straff angezogenen Schuldenbremse lösen.


Lukas Kümmerle, Investor Schule