Warum unser Rentensystem veraltet ist I Was der Staat tun muss

Ein Thema, dass ganz Deutschland bewegt. Unsere Rente. Warum unser Rentensystem auf Dauer revolutioniert werden muss und warum jeder Einzelne von uns etwas dafür tun muss. "Leben und Leben lassen"

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"Reformen fordern viele Politiker, umsetzten tut es jedoch keiner.

Und in der Bevölkerung will jeder, dass etwas passiert, aber keiner dafür bezahlen."


Ein Thema, welches mich schon oft zum grübeln gebracht hat ist die Thematik der Rente. Ein sehr stark diskutiertes Thema in Deutschland.

 

Jedoch meines Erachtens zu Recht. 

Hierzulande bekommen Gering-Verdiener 53 Prozent und Durchschnitts-Verdiener gut 50 Prozent ihres Durschnitt-Verdienstes im Rentenalter ausgezahlt. Zum Vergleich. In Österreich sind es 93 und 63 Prozent. In den Niederlanden sogar 101 und 95 Prozent.

 

Für ein doch so "reiches" Land wie Deutschland ein Armutszeugnis. Wir sehen, dass die Rente gerade bei den unteren und auch mittleren Gesellschaftsschichten nicht mehr reicht, sind aber bislang nicht in der Lage etwas daran zu ändern.

Das liegt an zwei Gruppen, die gegenseitig voneinander abhängig sind. Die Politik und die Bürger des Landes. Beide Gruppe wollen, dass es besser wird, machen aber nichts dafür, dass sich etwas entscheidendes verändert.

 

In Deutschland wird nun auch schon seit längerem nach eine echten Rentenreform getüftelt.

Das Problem mit diesen Reformen ist jedoch, dass sie bezahlt werden müssen und zwar hauptsächlich von der eigenen Finanz-Kraft der Bevölkerung.

Die Leute schrecken jedoch zurück, oder regen sich immens auf, wenn es an das eigene Portmonee geht. Ein solches Rentenniveau, wie in unseren Nachbarländern Österreich und den Niederlanden, muss jedoch aus der eigenen Tasche mitfinanziert werden.

Ein Politiker, der einen solchen Vorschlag unterbreiten würde, wäre deshalb wohl auch nicht lange im Amt. 

Traurig aber wahr.

 

 

Was auf uns zukommen wird

Die viel zitierte "Baby-Boom Generation" wird bald anfangen in Rente zu gehen. Gemeint sind die geburtenstarke Jahrgänge, welche das Licht der Erde zwischen 1955 und 1970 erblickt haben. Warum das ein Problem für das momentane Rentensystem sein wird?

Ganz einfach, es wird nicht mehr zu tragen sein. 

Laut den Analysten von statista.com werden sich die Zahlen dramatisch verändern.

Momentan erwirtschaften noch 3 Arbeitnehmer die Rente für einen Rentner.

Bis zum Jahr 2050 werden nur noch 1,5 Arbeitnehmer einen Rentner versorgen können. Es wird also eine Halbierung innerhalb von etwas mehr als 30 Jahren stattfinden. Das wird gerade die jetzt noch junge Generation teuer zu spüren bekommen, wenn sich das Rentensystem bis dahin nicht grundlegend verändern wird.

 

 

Ein weiteres Problem ist die Verteilung des Vermögens in Deutschland.

In Deutschland horten die reichsten 0,5 Prozent (also um die 400.000 Bundesbürger) so viel Vermögen wie die unteren 90 Prozent zusammen (also um die 73.600.000 Bundesbürger).

Diejenigen die mehr haben, können, bzw. müssen auch mehr abgeben. Wir leben nun einmal in einem Sozialstaat und ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns darüber auch sehr glücklich schätzen können. Es liegt in der Verantwortung eines jeden, auch die "Schwachen" unserer Gesellschaft mit durchzubringen.

Mein Ansatz

Gehen wir doch mal von einem fiktiven Szenario aus.

Wenn wir zu einem Rentenniveau von 22 Prozent zurückkehren würden und dafür alle Menschen in Deutschland die gleiche Grundrente bekämen, würde dies die Sache um einiges gerechter, einfacher und würdiger für jeden Rentner machen. (momentan sind es 18 Prozent)

Demokratie funktioniert nun mal nur zusammen. Deshalb muss eine gerechte Lösung für die Zukunft gefunden werden.

Alles was über diese Grundrente hinaus gezahlt werden würde, wäre davon abhängig, wie hoch der Verdienst durchschnittlich war und wie lange der jeweilige Bürger in die Kasse eingezahlt hat. Fehlende Beträge müssten dann anschließend durch Steuereinnahmen mitfinanziert werden.

 

Meine Meinung

Momentan muss ich leider sagen, dass es wohl wahrscheinlicher ist, dass Jens Spahn Bundeskanzler wird , als dass ich zu meinem Renteneintritt mit dem jetzigen Rentensystem noch eine angemessene Rente ausgezahlt bekommen werde.

Vielleicht kommt aber auch alles gar nicht mal so schlimm und eine Regierung im Jahre X wird das Rentensystem noch einmal so richtig "umkrämpeln".

Trotz alledem, ich bin zwar ein grundoptimistischer Mensch, aber ein "vielleicht" reicht auch mir nicht aus für meine Zukunftspläne.

Dies ist zudem einer der Faktoren, weshalb ich mich bereits in frühen Jahren für das Investieren entschieden habe und gegen die Abhängigkeit irgendeiner Regierung im Jahre X.

Wenn wir etwas grundlegendes im Bezug auf unsere Rentenpolitik ändern wollen, dann müssen wir auch bereit sein diese Änderung mit zu finanzieren und es muss einen Politiker geben, der eine solche Reform auch durchsetzten kann.


Lukas Kümmerle, Investor Schule