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Offene vs. Geschlossene Fonds I Darin liegen die Unterschiede

An den Märkten werden heutzutage unzählig viele Fonds gehandelt. Dabei kann man zwischen zwei verschiedenen Grundarten von Fonds unterscheiden. In diesem Artikel erkläre ich dir die signifikantesten Unterschiede zwischen offenen und geschlossenen Investmentfonds.

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Beide Fondsarten haben eins gemeinsam. Es gibt eine Unzahl von Branchen, oder Richtungen, auf die die einzelnen Fonds ausgerichtet sind. Von einzelnen Immobilienprojekten, über sozial, ethisch und ökologisch verantwortungsbewussten Fonds, bis hin zu Fonds, die den gesamten Weltmark abdecken. Jedoch sind Fonds nicht immer einfache Produkte, die einfach zu verstehen sind.

Eine Aufstellung über die signifikantesten Unterscheidungsmerkmale:

 

Offene Fonds

Bei offenen Fonds können Anleger jederzeit Anteile des Fonds kaufen und auch wieder verkaufen. Deshalb werden offene Fonds auch ganz regulär an der Börse gehandelt. Dazu kommt, dass man oftmals bereits mit kleinen Beträgen bei offen gehandelten Fonds einsteigen und somit Anteile erwerben kann. Desto mehr Geld ein offener Fonds einsammeln kann, desto liquider wird er auch und desto mehr Spielräume bekommt der entsprechende Fondsmanager das eingespeiste Geld in entsprechende Anteile anzulegen.

Durch diese Möglichkeit entsteht auch bereits eine interne Diversifikation innerhalb des Fonds, was oftmals auch den Reiz ausmacht in einen entsprechenden Fonds zu investieren, anstatt in Einzelaktien/Titel.

 

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds dagegen werden eben nicht an der Börse gehandelt. Der Herausgeber dieses geschlossenen Fonds sammelt im Vorfeld eine genaue Summe X ein. Dabei müssen Investoren auch oftmals einen hohen Mindestbetrag in diesen Fonds anlegen.

Der Fondsmanager investiert dieses eingesammelte Geld dann wiederum nur in wenige, oftmals auch nur in einzelne Projekte.

Geht das Vorhaben bzw. das Projekt schief, so steht der Anleger oftmals vor einem Totalverlust. Eine interne Diversifikation, wie bei den offenen Fonds ist also nicht vorgesehen. 

Dazu kommt, dass bis zum Ende der Laufzeit des geschlossenen Fonds nicht über das Geld verfügt werden kann und man seine Anteile an dem Fonds nicht von heute auf morgen einfach wieder verkaufen kann. Lediglich über einen Zweitmarkt sind Anteile von offenen Fonds im Angebot und Nachfrage Schema zu verkaufen.

Die Laufzeit des Fonds ist variabel und individuell angepasst. So können Laufzeiten von geschlossenen Fonds von 5, 10, oder auch 30 Jahren keine Seltenheit sein.

Den Risiken stehen jedoch meist auch überproportionale Ertragschancen gegenüber. So kommen durchschnittliche Renditen von über 8 Prozent zur Stande, welche für viele Investoren natürlich verlockend scheinen.

 

Zusammengefasst für euch

Geschlossene Fonds sind absolute Branchenkennerprodukte für Leute mit dem nötigen Kleingeld und einem hohen Anlagehorizont.

Man sollte nur in geschlossene Fonds investieren, wenn man sich wirklich mit der Thematik vertraut gemacht hat und die Marktentwicklungen innerhalb der Branche genau beobachtet.

Offene Investmentfonds sind liquider und schneller handelbar. Darüber hinaus sind sie meist diversifiziert aufgestellt und bieten ein ausgewogenes Risiko-Rendite Profil. Für mich sind offene Fonds, wozu auch ETF´s zählen, eine gewollte Beimischung zu den vorhandenen Einzeltiteln, um beispielsweise den breiten Markt abzudecken. Für Personen, die sich eher weniger mit dem Marktgeschehen auseinandersetzten wollen, oder können, bieten breit gestreute, offene Fonds eine gute Anlagemöglichkeit, sein Geld langfristig zu vermehren.

Egal für welches Anlageprodukt du dich auch interessierst, setzte dich vor dem Erwerb von Anteilen immer mit dem Verkaufsprospekt auseinander. Investiere nicht blind auf Empfehlung, sonder hinterfrag die Anlagestrategie und die Kostenaufstellung des jeweiligen Fonds.


Lukas Kümmerle Investor Schule