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Inflation erklärt I Baustein einer gesunden Wirtschaft

Oft wird über den Begriff der Inflation gesprochen. Was es mit dem Begriff auf sich hat und warum eine angemessene Inflationsrate wichtig für eine gesunde Wirtschaft ist, erfährst du in diesem Artikel.

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Die Inflation beschreibt die Teuerungsrate von Dienstleistungen und Produkten. Dazu wird meist ein Warenkorb zusammengestellt, welcher stellvertretend für die Gesamtheit an Dienstleistungen und Gütern aus der jeweiligen Branche oder Regionen stehen.

 

Die EZB strebt beispielsweise eine langfristige Inflationsrate von 2 Prozent an. Man könnte sich nun fragen, warum die europäische Zentralbank möchte, dass Produkte langfristig gleichmäßig teurer werden. Dies hat jedoch einen volkswirtschaftlich plausiblen Hintergrund.

Dabei handelt es sich um den langfristigen Abbau von Schulden. Denn durch eine Teuerungsrate von jährlich 2 Prozent auf Dienstleistungen und Güter nehmen auch die Schulden der herstellenden Unternehmen ab und werden buchstäblich aufgefressen, dadurch, dass sie die Preise auf ihre Güter erhöhen können.

 

Es geht also um das Gegenteil der Inflation, nämlich um die Angst einer zu starken Deflation.

Die Deflation besagt nämlich das billiger werden von Produkten und Dienstleistungen. Vor diesem Effekt haben viele Ökonomen Angst, da Unternehmen und Privathaushalte Investitionen aufschieben, aus der Befürchtung es könnte noch billiger werden. Dieser Effekt wäre jedoch fatal für die Wirtschaft und das Wachstum eines Landes. Daher versucht man einen Deflationsausgleich mit der Inflation vorzunehmen.

 

Der Aberglaube, dass das Geld weniger wird, stimmt also nur teilweise. Dein Geld verliert nicht an Wert, oder wird weniger, sondern es verliert an Kaufkraft.

 

Derjenige, der jedoch am meisten unter der Inflation leidet ist der einfache, konservative Sparer. Denn seine Ersparnisse werden durch den vorgegebenen Leitzins von aktuell 0 Prozent nicht mehr, sondern eindeutig weniger.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken kommst du momentan nicht an einer wertpapiergestützen Geldanlage vorbei, da sichere Geldanlagen, wie Sparkonten oder Sparbriefe in Zeiten der Niedrigzinspolitik der EZB wenig oder fast keine Rendite abwerfen.

 

Die Hyperinflation bezeichnet übrigens eine übermäßig schnelle Preissteigerung. Dies ist ebenfalls sehr ungesund für eine Wirtschaft, wie wir es am jüngsten Beispiel Venezuela sehen können, wo die Teuerungsrate laut FAZ im Januar bei aktuell ca. 1,3 Millionen Prozent lag.


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