Geplante Finanztransaktionssteuer I Meine Meinung

Eine Steuer, welche ursprünglich dazu gedacht übermäßig starkes Spekulieren auf Wertpapierentwicklungen zu bremsen.

Wie die geplante Finanztransaktionssteuer am Ende jedoch den kleinen Sparer treffen wird und ihr eigentliches Ziel verfehlt.

Finanztransaktionssteuer Meinung Investor Schule

 

"Entweder macht man eine Steuer daraus, die an den Stellschrauben dreht für die sie vorgesehen war, oder man stellt das Unterfangen ein.

Dieser Kompromiss dagegen ist reiner Unsinn."


Umfragewerte sind im Keller und die Suche nach einem neuen Vorsitzenden läuft ebenfalls noch auf Hochturen. Doch abseits der Kameras und dem Trubel hat Finanzminister Scholz in der letzten Woche seinen Gesetzesentwurf zu seiner Finanztransaktionssteuer vorgelegt. Zusammen mit einigen anderen Staaten möchte er das Vorhaben auf den Weg bringen, Wertpapiertransaktionen noch einmal zu besteuern. Doch was ist die Intention für eine solche Finanztransaktionssteuer. Ziel dieser Steuer soll laut Scholz sein, Spekulationen auf einzelne Wertpapiere einzudämmen, welche unter anderem Auslöser für Finanzkrisen waren und bis heute sind. 

Soweit ist der Gedanke also nicht verkehrt und hat auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung. Doch leider wird diese Steuer, wenn sie denn wirklich wie angekündigt im Jahr 2021 kommt, ihr eigentliches Ziel verfehlen. Nämlich Spekulanten das Fürchten zu lehren und solche Praktiken zu unterbinden.

 

Unglücklicherweise sollen nämlich Derivate von dieser Steuer befreit sein. Nun ist es aber so, dass gerade diese spekulativen Produkte wie Optionen, Optionsscheine oder Zertifikate zu diesen Derivaten gehören, welche jedoch von der Finanztransaktionssteuer nicht betroffen sein sollen.

 

Doch wenn diese Produkte nicht unter die Finanztransaktionssteuer fallen, welche denn dann. Es sind unsere geliebten Aktien, Fonds und ETFs. Der private Verbraucher, welcher eigentlich für seine Altersvorsorge sparen will, würde somit also am meisten unter einer solchen Steuer leiden. Da stellt sich mir jedoch die Frage, ob das eigentliche Ziel, nämlich der Reduktion von spekulativen Wertpapiergeschäften mit dieser Art von Vorgehen wirklich unterbunden wird. Meine Meinung dazu ist faktisch ganz klar nein. Diejenigen, die Aktien, Wertpapiersparpläne oder ähnliches kaufen, sind nun oftmals auch Privatleute und nicht nur die bösen Großbanken.

 

 

Doch wie soll die geplante Steuer überhaupt in der Praxis aussehen.

Geplant ist, dass jeder Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch die geplante Finanztransaktionssteuer mit 0,2 Prozent besteuert werden soll. Dies hört sich zunächst wenig an, läppert sich aber mit der Zeit zu beachtlichen Beträgen. Darüber hinaus zahlen wir aber bereits die Kapitalertragssteuer auf Kursgewinne und Zinsen von mindestens 25 Prozent, obwohl wir versteuertes Geld in Unternehmen investieren, welche ebenfalls Steuern abführen. Aber dies ist ein anderes Thema.

Im Endeffekt würde also aus meiner persönlichen Sicht also mittlerweile eine 5-fach Versteuerung für Privatleute stattfinden.

Zur Erläuterung noch einmal genauer aufgeführt, wobei man den 1. und 3. Punkt strittig werten kann:

  • (Versteuern der persönlichen Einnahmen Gehalt, etc. -> persönlicher Steuersatz)
  • Kauf von Wertpapiere -> 0,2 % Finanztransaktionssteuer
  • (Investition in Unternehmen, bei dem das Unternehmen bereits seine eigenen Steuern abführt)
  • Verkauf von Wertpapiere -> 0,2 % Finanztransaktionssteuer
  • Versteuern der erzielten Kursgewinne -> Kapitalertragssteuer 25 %

Da stelle ich mir abschließend lediglich die Frage, ob dies die Aktionärsquote in Deutschland wirklich nachhaltig fördert, oder ob die geplante Steuer nicht doch an den falschen Stellschrauben versucht zu drehen. 

Meine Meinung zu der Thematik ist jedoch klar, entweder macht man eine gescheite Steuer daraus, die an den Stellschrauben dreht für die sie vorgesehen war, oder man stellt das Unterfangen ein. Dieser Kompromiss ist dagegen reiner Unsinn und führt lediglich zu versteckten Zusatzeinnahmen für Olaf Scholz seine löchrige Staatskasse. Den ursprünglichen Zweck, die Stabilität der Finanzmärkte weiter zu verstärken kann ich mit dieser geplanten Gesetzesänderung jedoch nicht nachvollziehen.


Lukas Kümmerle Investor Schule