Ganz oder Garnicht I Das Brexit Debakel

 Im Mai 2016 beschloss Großbritannien aus der EU auszutreten. Wie der Austritt im Detail aussehen soll ist immer noch ungewiss.

Einige schwerwiegende Dinge haben sich jedoch bereits verändert und sind nicht rückgängig zu machen.

Brexit Investor Schule

 

"Durch die ständige Ungewissheit wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Inselstaats langfristig leiden."


Ehrlich gesagt ist über das Thema in den letzten Jahren bereits fast alles gesagt worden. Da es sich aus meiner Sicht nicht lohnen würde das bereits Geschehene noch einmal zu wiederholen, oder der britischen Bevölkerung weitere Vorwürfe zu machen, möchte ich mich in diesem Artikel mit den Folgen des Brexit auseinander setzten, die bereits jetzt eingetreten sind und auch nicht wieder rückgängig zu machen sind.

 

Doch zunächst möchte ich noch einmal aus meiner Sicht aufarbeiten, was der Auslöser für das mehrheitliche Brexit Votum im Mai 2016 eigentlich gewesen ist. Bei allen Argumenten und Behauptungen, dass die jüngere Generation bei einem erneuten Votum über einen Verbleib in der EU vermutlich doch mit "STAY" abstimmen würden, gibt es legitime Fakten, die das Austrittsvotum der Briten stützt.

Aus meiner Sicht ist ein eher wenig diskutierter Grund, dass sich der Lebensstandard der Briten seit geraumer Zeit einfach nicht gebessert hat, sondern stagnierte oder sogar verschlechterte.

Seit der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 hat sich der Lebensstandard der britischen Bevölkerung lediglich im Raum London und Südosten wirklich verbessert. Dies ist ein wichtiges Argument, was man bis heute auf die Äußerungen vieler Brexit Wähler zurückführen kann. Sie sind einfach nicht mehr zufrieden mit ihrer Lebenssituation und ihrem Standard. Daher kamen die Brexit Befürworter mit ihren Versprechen, dass nach einer erfolgreichen Trennung zum europäischen Festland alles besser werden würde und die Leute die Kontrolle über ihr Leben wieder zurück erlangen würden gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Dazu lässt sich gewiss darüber streiten, ob die Verschlechterung des Lebensstandards der britischen Bevölkerung alleine auf die europäische Union zu schieben richtig ist. Jedoch haben die Brexit Befürworter es geschafft die Mehrheit der Bevölkerung genau von dieser These zu überzeugen und die Briten von den vermeintlichen Vorteilen eines Austritts zu überzeugen.

Dass diese Behauptung nicht mehr zu halten ist, scheint jedoch bis heute angenommen worden zu sein.

Warum ? Naja es gibt einige legitime Gründe dafür, dass es Großbritannien nach einem Austritt schlechter gehen wird, als vorher:

 

Die EU ist und bleibt auch zukünftig, mit über 40 Prozent der Exporte, der größte Absatzmarkt für Großbritannien.

Großbritannien wird es nicht schaffen in kürzester Zeit Handelsabkommen mit anderen Staaten zu knüpfen.

Bislang hat der Insel Staat gerade einmal eine Handvoll Abkommen schließen können.

Diese Abkommen wurden jedoch nicht mit großen Staaten geschlossen, sondern mit wirtschaftlich eher unbedeutenderen Ländern für Großbritannien wie der Schweiz, Chile oder den Färöer Inseln.

 

Und auch das Schließen von neuen Handelsabkommen benötigt viel Zeit und Geduld. Die EU hat beispielsweise für sein Handelsabkommen mit Canada ganze 7 Jahre benötigt.

Und als wären dies nicht schon Gründe genug, um aus wirtschaftlicher Sicht in der EU zu verweilen, gewinnt der Insel Staat ganze 80 Prozent seiner Wertschöpfung aus Dienstleistungen. Laut der Chefökonomin des britischen Industrieverbands, Rain Newton-Smith, macht dies es umso schwerer Handelsabkommen mit Industrie Nationen, wie den Vereinigten Staaten abzuschließen. Denn der amerikanische Präsident ist nicht nur ein knallharter Verhandler, sondern legt auch einen klaren Fokus auf Industriegüter bei seinen Handelsabkommen. (fragt mal jemand bei China oder der EU nach)

 

Dazu kommt, dass Zeit Geld ist und Großbritannien von beiden Gütern durch das Brexit Dilemma eine Menge verloren hat.

Warum das so ist ? Nun ja, Unternehmen schieben dringende Investitionen auf, oder fertigen ihre Waren in anderen Staaten, da ihnen das Risiko auf hohe Zölle bei einem Brexit zu hoch erscheint. So kommt es auch, dass Großbritannien zurzeit die niedrigste Investitionsquote seit der Finanzkrise 2008 besitzt.

Dieser Fakt schmerzt den Inselstaat meines Erachtens am meisten, denn langfristig verliert Großbritannien dadurch eine Menge an Wettbewerbsfähigkeit über die nächsten Jahre im internationalen Wettbewerb.

 

Aber auch Europa hat mit den Folgen des Brexit Debakels zu kämpfen.

Seit nun mehr als drei Jahre lang wird im Parlament hauptsächlich über die beiden Themen Migration und eben über das Brexit Debakel gesprochen. Dadurch verliert auch die EU wertvolle Zeit, die besser investiert werden könnte, wie beispielsweise in die Themen des globalen Wettbewerbs, oder in die Stärkung des Zusammenhaltes der gesamten Union.

Dazu kommt, dass Zeit Geld ist und Großbritannien von beiden Gütern durch das Brexit Dilemma eine Menge verloren hat.

Warum das so ist ? Nun ja, Unternehmen schieben dringende Investitionen auf, oder fertigen ihre Waren in anderen Staaten, da ihnen das Risiko auf hohe Zölle bei einem Brexit zu hoch erscheint. So kommt es auch, dass Großbritannien zurzeit die niedrigste Investitionsquote seit der Finanzkrise 2008 besitzt.

Dieser Fakt schmerzt den Inselstaat meines Erachtens am meisten, denn langfristig verliert Großbritannien dadurch eine Menge an Wettbewerbsfähigkeit über die nächsten Jahre im internationalen Wettbewerb. 

Das Bruttoinlandsprodukt Großbritanniens leidet ebenfalls unter dem Brexit Debakel und stagniert momentan, in Zeiten eines globalen konjunkturellen Abschwungs.

 

Aber auch Europa hat mit den Folgen des Brexit Debakels zu kämpfen.

Seit nun mehr als drei Jahre lang wird im Parlament hauptsächlich über die beiden Themen Migration und eben über das Brexit Debakel gesprochen. Dadurch verliert auch die EU wertvolle Zeit, die besser investiert werden könnte, wie beispielsweise in die Themen des globalen Wettbewerbs, oder in die Stärkung des Zusammenhaltes der gesamten Union.

 

Harter Brexit, Exit vom Brexit oder lange Übergangszeit. Momentan sind noch alle Optionen offen. Das Schicksal des Inselstaats liegt jedoch nun in den Händen der britischen Politiker.


Lukas Kümmerle Investor Schule