Chinas nukleare Option I Sprengstoff für die Weltwirtschaft

Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China spitzt sich immer weiter zu. Die Strafzölle auf importierte Waren wurden immer weiter ausgeweitet und der anhaltende Konflikt dadurch immer weiter verschärft.

Doch China scheint einen weiteren Trumpf in der Hinterhand zu behalten. Die nukleare Option.

chinas nukleare Option Investor Schule

 

 

"Die nukleare Option hätte die Sprengkraft um die weltweiten Finanzmärkte langfristig zu erschüttern."


 

China was bis dato immer zurückhaltend, wenn Trump mal wieder die Strafzölle anhob, konterte China diese mit effektiven Gegenmaßnahmen, wie den Ausfuhrstopp von seltenen Erden oder dem Stopp von Kauf von US-Agrarprodukten. Meines Erachtens setzte China in ihrer Zollstrategie also eher auf Qualität statt Quantität in der Anhebung ihrer Zölle bzw. im Vorgehen innerhalb ihrer Optionen.

Doch in den vergangenen Wochen haben sie ihr wohl größtes Druckmittel gegen die Staaten erstmalig getestet. Chinas nukleare Option.

 

Was ist die "nukleare Option"

Zuallererst geht es bei der nuklearen Option nicht um Kriegswaffen oder Uran, sondern um eine finanzpolitische Maßnahme. China ist der größte Kreditgeber der USA und besitzt anteilsmäßig somit die meisten amerikanischen Staatsanleihen weltweit. Wir reden hier also von Staatsanleihen im Wert von mehr als 4 Billionen Dollar. Wenn es nun hart auf hart kommen sollte und sich der Handelskonflikt noch weiter zuspitzen sollte, könnte China diese Situation als Druckmittel für sich nutzen. Der begriff der nuklearen Option kommt also von der Sprengkraft, die ein solcher Vorgang hätte, wenn Volkswirtschaften davon betroffen wären.

 

Ungewisse Ausmaße

Die Folgen eines großen und punktuellen Abverkaufs an amerikanischen Staatsanleihen sind jedoch bislang ungewiss. Einige amerikanische Finanzexperten sehen einen solchen Schritt als absurd an, da dies zu einer gegenseitigen Vernichtung beitragen könnte.

Ein schlagartiger Abverkauf dieser Anleihen würde nämlich die Zinsen für diese Anleihen massiv in die Höhe treiben. Dies würde der amerikanischen Wirtschaft ebenfalls massiv schaden. Bei einem solchen Schritt würden die Chinesen jedoch auch ihr eigenes Vermögen teilweise vernichten., denn ihre eigenen Anleihebestände würden sich auch stark verringern.

Rein ökonomisch gesehen macht das Zünden dieser nuklearen Option also keinen Sinn.

 

Neue Erkenntnisse über eine weitere Verschärfung des Handelskriegs werden wir wohl erst Ende Juni erlangen, sofern Präsident Trump nicht vorzeitig bereits Nachrichten über seinen favorisierten Messengerdienst twittern wird.

Ende Juni findet nämlich der nächste G20 Gipfel in Japan statt, bei dem sich die beiden Regierungschefs treffen und über weitere Verhandlungen debattieren bzw. abwägen wollen.


Lukas Kümmerle Investor Schule