Warum Deutschland garnicht mal so reich ist

Deutschland. Ein reiches Land mit wenig Problemen und starker Wirtschaft. 

Jedoch bahnt sich auch ein Problem für unsere Kommunen und Haushalte an. Schulden.

Studien zeigen, dass unsere Kommunen und Haushalte vergleichsweise hohe Schulden aufweisen und oftmals alleine gelassen werden.

Stimmt das wirklich? Wir schauen uns die Fakten an und beleuchten die Hintergründe.

"Jeder Bürger steht indirekt durch seine Kommune mit durchschnittlich 3.500 Euro in der Kreide.

 

Außerdem sind 16 % der deutschen Bevölkerung unmittelbar von Armut bedroht."


Deutschland gilt weltweit als reiches Land, als Wohlstandsstaat. Diese Auffassung ist auch von außen betrachtet erst einmal völlig berechtigt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern auf der Welt, geht es uns sehr gut. Die Konjunktur läuft noch, wir haben sehr erfolgreiche Exportzahlen und die Staatsschulden vollkommen im Griff. Außerdem leben wir in einem Land mit Sozialsystem und einer gesetzlichen Krankenversicherung, von der die meisten Länder nur träumen können. Aber es gibt auch bei uns noch einige Probleme, die offen angesprochen werden müssen.

Eines davon sind die versteckten Schulden der Kommunen und Haushalte in unserem Land.

Schuldenfinanziertes "Durchwursteln" unserer Kommunen und Landkreise

Laut dem statistischen Bundesamt finanziert jeder Bürger einer Kommune eine Schuldensumme/pro Kopf, von ca. 3.500 Euro mit.

Auf "gut deutsch" gesagt: Jeder Bürger steht indirekt durch seine Kommune mit durchschnittlich 3.500 Euro in der Kreide.

Mit Abstand die größten Ausgabeposten, sind die sozialen Leistungen. Bundesweit geben die Kommunen pro Jahr 65 Milliarden Euro für Sozialleistungen aus.

Für Kommunen ist es außerdem sehr schwer die bereits angefallenen Schulden wieder loszuwerden. 

Kommunen finanzieren sich nun einmal hauptsächlich durch Grund- und Gewerbesteuern.

Erhöht man jedoch nun diese Steuern in den betroffenen Gebieten, wird der Standort für Firmen, sowie Immobilieninvestoren zunehmend unattraktiver. Man würde sich also im Endeffekt "in das eigene Bein schießen."

 

Analytiker gehen außerdem davon aus, dass bei einer Anhebung des Leitzinses um 1 Prozent, die Schulden der Kommunen um jeweils eine Milliarde Euro steigen würden. Ein Einbruch der guten Wirtschaftslage könnte also auch erhebliche Auswirkungen auf die Kommunen haben.

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Verschuldungsübersicht der deutschen Kommunen/pro Kopf ausgelegt 

 

Quelle: Welt.de


Überschuldung von Privatpersonen & Haushalte

Neuen Studien zu Folge sind ca. 7 Millionen Bürger, die das 18. Lebensjahr überschritten haben, überschuldet.

Das heißt, sie geben dauerhaft mehr Geld aus, als sie wiederum einnehmen.

Das heiß gut jeder 10. deutsche Bürger ist verschuldet.

Dazu kommt außerdem, dass laut destatis.de über 16 Prozent der deutschen Bürger unmittelbar von Armut gefährdet sind.

Das ist für das doch so reiche Land ein beachtlicher Wert. 

Armutsgefährdet zu sein heißt, unter 60 Prozent des "Medianeinkommens" zu leben, welches momentan bei 1.033 Euro liegt.

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Graphik der deutschen Verschuldung in Prozent

 

Quelle: Finanzmarktwelt.de


Zusammengefasst

Super Zahlen, ein gutes BIP und eine starke Außendarstellung sind die eine Sache.

Aber was meines Achtens momentan in den Hintergrund gerät, ist die finanzielle Lage der Bürger.

Momentan schlagen sich die Schulden noch nicht auf die Gemüter nieder, bei Erhöhung des Leitzins, in Zuge einer potentiellen Finanzkrise, kann sich das Blatt aber auch ganz schnell drehen.

Und dann wird es schmerzhaft werden, für diejenigen, die momentan weiter in die Schuldenfalle geraten.


Lukas Kümmerle, Investor Schule